Die Anfänge der Ahmadiyyat in Deutschland

Im Namen Allahs, den Gnädigen, des immer Barmherzigen

Die Stimme des Verheißenen MessiasAS auf deutschem Boden und sein Widerhall

Deutschland gehört durch Gottes Gnade zu den Ländern, die die Botschaft des Islam-e-Ahmadiyyat bereits zu Lebzeiten des Verheißenen MessiasAS erreicht hat, vielmehr noch gehört es zu den glückseligen Ländern, die die Botschaft durch die eigene gesegnete Hand von HudhurAS erreicht hat. So schreibt HudhurAS:

„Jedem Nachdenkenden wird sich der Beweis für dieses erste Kennzeichen hinsichtlich dieses Demütigen eröffnen, dass nämlich dieser Demütige aus dieser Glaubenskraft heraus mit einem solchen Diensteifer für die Einladung zum Islam aufgestanden ist, dass etwa zwölftausend Veröffentlichungen an die Oberhäupter und Führer und Lenker aller Völker mit der Einladung zum Islam versandt worden sind, soweit, dass sogar ein Beitrag per Registry an den Kronprinzen Englands versandt wurde. Und auch dem englischen Premierminister Gladstone wurde eine Veröffentlichung und ein Brief zugesandt. Genauso wurden auch dem Fürst von Bismarck und anderen namhaften Oberhäuptern verschiedenster Länder Veröffentlichungen und Briefe zugesandt, die einen ganzen Koffer füllen.“[1]

Weiterhin sagt er: „Ihr Lieben, seid gewiss, dass solche Standhaftigkeit und Tapferkeit und Großzügigkeit mit dem Vermögen nicht in Erscheinung treten können, solange nicht Gott mit einem ist. Hat denn jemand in diesem Zeitalter irgendeinen Maulawi gesehen, der für die Einladung des Islam auch nur einen englischen Assistant Commisioner angeschrieben hätte? Doch unsererseits wurde vielmehr das Parlament Londons, der Kronprinz, und die geehrte Königin, genauso wie auch der Fürst von Bismarck mit Veröffentlichungen und Briefen zum Islam eingeladen, deren Belege noch immer bei uns sind. In diesen Veröffentlichungen, seit denen nun etwa zehn Jahre vergangen sind, wurde auch geschrieben, dass dieser Demütige dem Messias, Sohn der Maria, in seinen vollkommenen Vorzügen gleicht. Für die Nachdenkenden ist dies ein weiteres Zeichen für die Wahrhaftigkeit dieses Demütigen.“[2]

Die Suche nach diesem Brief von HudhurAS ist derzeit Gegenstand von Nachforschungen. Bislang konnte noch keine eindeutige Spur ausfindig gemacht werden. Fall einer unserer Freunde diesbezüglich einen Hinweis liefern kann, so wäre das Komitee für Geschichte ihm sehr verbunden.

HudhurAS hat auch den Gelehrten Europas und Amerikas, Priestern und anderen Führern viele Briefe geschrieben und Veröffentlichungen zukommen lassen. In diesem Zuge hat neben anderen Ländern u.a. auch Deutschland die Botschaft des Islam erreicht. So schreibt ein altes Sprachrohr der Jamaat, die wöchentliche Al-Badr, in einer Ausgabe:

Aus dem deutschen Stadtteil Pasing in München (im süddeutschen Bayern) hat der Brief einer geehrten Dame namens Karola Mann aus dem Ausland den Verheißenen MessiasAS mit der letzten Post erreicht. Das zeigt, dass die Verbreitung der Botschaft dieser Bewegung auch in diesen Ländern im Gange ist. Die Dame schreibt:

Ich habe schon seit Monaten Ihre Adresse gesucht, um Ihnen einen Brief zu schreiben und zu guter Letzt habe ich nun jemanden gefunden, der mir Ihre Adresse gegeben hat. (Die Adresse befindet sich auf dem Umschlag: in Qadian, Kaschmir, in Indien; der Hrsg.) Ich bitte meinen Brief zu entschuldigen, aber es heißt, dass Sie ein Heiliger Gesandter Gottes sind und in der Ermächtigung als Verheißener Messias erschienen sind. Und ich liebe den Messias von Herzen. Ich hege großes Interesse an den Begebenheiten in Indien und insbesondere für religiöse Angelegenheiten. Ich habe die Nachrichten über die Dürren, Krankheiten und Erdbeben in Indien mit Bedauern vernommen und ich bedaure auch, dass dieses Land der Heiligen derart mit Götzendienst überfüllt ist. Für den Eifer, den Sie für unseren Herrn und Erlöser, den Messias, hegen, möchte ich Sie beglückwünschen. Es würde mich sehr freuen, wenn Sie mir ein paar Zeilen in Ihren Worten widmen könnten. Ich bin gebürtige Deutsche und mein Gatte war Engländer. Und auch wenn Sie der wahre Erbe des Lichts glorreicher, alter Völker Indiens sind, gehe ich davon aus, dass Sie Englisch verstehen. Wenn es möglich ist, schicken Sie mir bitte ein Foto von sich zu. Kann ich Ihnen in diesem Teil der Welt irgend dienen? Seien Sie versichert, lieber Mirza, dass ich Ihre aufrichtige Gefährtin bin. – Frau Karola Mann“ [Der deutsche Originalwortlaut liegt nicht vor, Anm.d.Übers.]

Von diesem Brief wissen wir lediglich durch die Zeitschrift Al-Badr, aus der Ausgabe vom 14. März 1907. Es wurde auch versucht, die Adresse der Dame hier in Deutschland ausfindig zu machen, jedoch konnte bislang weder sie noch einer ihrer Familienangehörigen ausfindig gemacht werden. Dem Kontext lässt sich entnehmen, dass diese glückselige Dame, die den Ruf des Verheißenen MessiasAS akzeptiert hatte, in ihrem familiären Hintergrund religiös war. Auch in dieser Hinsicht möchten wir jeden einladen, Nachforschungen über diese Dame in der Meldestelle oder über andere Wege anzustellen und dieses Komitee über die Ergebnisse seiner Recherchen in Kenntnis zu setzen. Möge Allah ihnen ihr Unternehmen bestens danken.

Dieser Ruf des Verheißenen MessiasAS hat die Gelehrten Europas nicht nur erreicht, sondern sie haben ihm gelauscht und so ist diese Stimme in allerlei Orten widergehallt, bis sie auch die gebildete Schicht erreicht hat. Einer dieser Orte ist auch in Deutschland, genauer gesagt in der deutschen Stadt Jena, an der Universität: Dort hat ein Professor, Herr Karl Voller, in einer universitären Veranstaltung im Winter 1906/07 einen Aufsatz verlesen, in welchem er auch die Jamaat Ahmadiyya unter Erwähnung des Namens des Verheißenen MessiasAS verlesen hat. Dieser Aufsatz ist auch in Buchform erschienen.

Dieses Buch wurde von dem Komitee für historische Nachforschungen Deutschland erworben. Auch eine Ausgabe der zweiten Edition, welche 1921 erschienen ist, wurde erworben. Die Ausgabe der ersten Edition wird in der zentralen Bibliothek der Jamaat Deutschland, in Baitus Sabuh Frankfurt, aufbewahrt. Sie zu sehen ist sicherlich glaubensstärkend. Ein beeindruckender Umstand dabei ist, dass der in Europa widerhallende Ruf des Verheißenen MessiasAS zur selben Zeit auch in Qadian verlautbart wurde. Ein kurzer, aber interessanter Bericht darüber ist in der Zeitschrift Al-Badr Qadian, unter der Überschrift „Nachforschungen über die Religionen und die Verbreitung des Islam“ erschienen:

„Master Muhammad Dien Sahib schreibt vom Aligadh College, dass dort ein deutscher Professor, der Arabisch unterrichtet, ihm ein deutschsprachiges Buch gezeigt habe, in welchem der gegenwärtige Zustand verschiedener Religionen im Osten skizziert wurde. Darin findet auch Hudhur Mirza Sahib und die Ahmadiyya-Gruppierung eine kurze Erwähnung. Der Professor hat mir ein, zwei Seiten daraus übersetzt und vorgelesen. Die Informationen waren zwar nicht allesamt richtig, jedoch besteht kein Zweifel daran, dass die Leute von der Wichtigkeit der Ahmadiyya-Gruppierung bereits überzeugt sind und begonnen haben, sie in ihren Büchern zu erwähnen.“

(Zeitschrift Badr, Qadian, Nr. 19, Band 6, vom 9. Mai 1907, S. 2)

Der werte Autor hat in seinem Buch auf S. 121 die Jamaat Ahmadiyya mit diesem Wortlaut erwähnt:

„Die letzte noch nicht abgeschlossene Bewegung ist die der Ahmadiyah im Panjâb, deren Oberhaupt Ghulâm Ahmad in Kâdhiân bei Amritsar lebt. Der Islâm weitet sich hier zu einem weltumspannenden Synkretismus von indischer Grundfarbe aus.“

[entspricht dem Original, Anm.d.Übers.] (Die Weltreligionen, Karl Vollers, 1907, S. 121)

Dass dieses Buch zu Lebzeiten des Verheißenen MessiasAS unter Erwähnung von ihm und seiner Gemeinde veröffentlicht wurde, ist ein besiegelnder Beweis für seine Wahrhaftigkeit, da das Versprechen, was Allah ihm in einer Offenbarung gegeben hatte, dass Er seine Botschaft bis an die Enden der Welt tragen würde, bereits zeit seines Lebens in Erfüllung gegangen ist. Dieser durch die Hand des Verheißenen MessiasAS gesäte Samen ist durch Allahs Gnade bereits zu einem immerwährenden und erfrischenden Baum, vielmehr noch zu einem prächtigen Garten herangewachsen, dessen grüne und beladenen Zweige in jeder Stadt und Gegend Deutschlands ihre Schatten spenden. Wir alle sind Augenzeugen, dass dieser großartige Baum Früchte getragen hat.

So gebührt Allah aller Preis hierfür.

Von Ilyas Munir, Murrabi-e-Silsila,

Übersetzt von Nayyar Sheikh


[1] Izala Auham, S. 113, erste Edition, Ruhani Khazain, Band 3, S. 156, Fußnote

[2] Shahadat-ul-Quran, S. 77, erste Edition, RK, Band 6, S. 370f.

1 Comment

  • Isa Musa
    10 Monaten ago Reply

    Welches Jahr und Monat schrieb der Verheißene Messias, AS, den Fürst von Bismarck an?

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