Deutschland deine Moscheen – Die Bashier Moschee in Bensheim

VON SHERJIL AHMAD KHALID

Ort der Begegnung, der Weiterbildung, des interkulturellen Austauschs, des interreligiösen Dialogs und vor allem: ein Ort des Friedens.

Dieser Ort ist die Bashier Moschee in Bensheim. Eine Moschee, die nun 13 ereignisreiche Jahre verzeichnen kann. Wie waren die Anfänge dieser Moschee? Welche Hürden lagen hinter dem Bau verborgen? Welche Etappen mussten zurückgelegt werden?

Auf eines sei vorab verwiesen: der Bau dieser Moschee war alles andere als eine Selbstverständlichkeit. Die seit 1986 bestehende Gemeinde Bensheims war bereits seit 1998 bestrebt, eine Moschee zu bauen.

Zu diesem Zweck wurde ehedem ein Komitee gegründet, welches sogar 2001 die Genehmigung zum Erwerb eines Grundstücks von der Stadt erhielt. Aufgrund heftigen Protests wurde die Erlaubnis jedoch im Jahre 2003 revidiert. Indes ließen sich die Gemeindemitglieder zu keiner Zeit entmutigen und suchten bereits kurze Zeit später nach einem neuen adäquaten Grundstück. Innerhalb kürzester Zeit wurde die emsige Gemeinde durch Gottes Gnade für ihren Eifer belohnt und erwarb am 11.02.2004 das Grundstück an der Zeppelinstr. 33, da, wo heute die Moschee steht. Nach Abschluss diverser bürokratischer Prozesse wurde schnell ein Datum für die Grundsteinlegung determiniert. Alle Vorbereitungen wurden getroffen und nach vielen mühsamen Monaten war es am 25.08.2005 endlich soweit.

Seine Heiligkeit Hadhrat Mirza Masroor Ahmad(aba) betrat um 18:00 Uhr mit seinen gesegneten Schritten das Grundstück der künftigen Moschee. Voller Enthusiasmus begrüßten die Gemeindemitglieder ihr spirituelles Oberhaupt, begleitet von Gesangseinlagen der Kinder. Nach Abschluss der konventionellen Zeremonie der Grundsteinlegung war klar: ein Meilenstein für die kleine Gemeinde Bensheims war gelegt. Jetzt galt, schnellstens die Moschee zu erbauen, um endlich den langersehnten Traum zu erfüllen. Ergo wurde Tag und Nacht unermüdlich für den Bau der Moschee gearbeitet. Ob groß oder klein, Mann oder Frau; jeder leistete seinen Beitrag und wurde so symbolisch zum Bestandteil der Moschee.

23.09.2006: Die Eröffnung der Bashier Moschee

Sehnsüchtig warteten die Mitglieder seit 20 Jahren auf diesen Moment. Sie konnten ihr Glück kaum fassen, nach großen Anfeindungen, etlichen bürokratischen Strapazen war es tatsächlich so weit: ihre Gebete und Mühe hatte Gestalt angenommen. Ihre Freude war nicht in Worte zu fassen, eine ekstatische Atmosphäre machte sich breit. Heute sollte die Moschee, welche auf einem Grundstück von einer Fläche von 1000m2 steht, für etwa 200 Betende Platz bietet und 137000€ gekostet hatte, endlich eröffnet werden.

Schließlich traf um 17:35 Uhr der gesegnete Khalif(aba) auf dem Grundstück der nun erbauten Bashier-Moschee ein. Euphorisch sangen Kinder die Fahne Deutschlands schwingend, für ihren geliebten Imam. Unfassbar, gehuldigt sei Allah, unisono war eine tiefe Dankbarkeit bei den Gemeindemitgliedern zu Vernehmen. Bereits ein Jahr nach

Grundsteinlegung wurden sie Zeugen historischer Ereignisse: die Moschee-Eröffnung durch ihr geliebtes Oberhaupt. Welch Privileg und welch Gunst Allahs. Wie sehr man Gott auch dafür dankt, man wird immer des Dankes schuldig sein. Dann die finalen Augenblicke: Hudhur(aba) nähert sich der Moschee, enthüllt die Glastafel der Moschee und leitet das gemeinschaftliche Gebet. Nun war es offiziell, Bensheim wurde durch eine neue Moschee bereichert. Im Gebetsraum war eine unfassbar besinnliche Stimmung. Die ausgebreiteten Flügel der Engelscharen Gottes waren nahezu zu spüren. Unvergessliche Momente, die schließlich gekrönt wurde, indem die Mitglieder Seiner Heiligkeit die Hand reichen durften. Bevor Hudhur-e-Aqdas(aba) seine Rückreise antrat, pflanzte seine Heiligkeit einen Walnussbaum im Gelände der Moschee. Ein geschichtlicher Abend endete, doch ein Kapitel voller Historie sollte geöffnet werden. In den Folgejahren erwies sich die Moschee als echte Bereicherung, nicht nur für Bensheim, sondern für die gesamte Bergstraße. Etliche Parteien, unzählige Schulklassen, Kindergartengruppen, Vereine (erwähnenswert zuvorderst der Hospizverein im Jahre 2014) besuchten die Moschee. Schnell wurde die Moschee Bensheims intern wie extern bekannt als Ort der interkulturellen Begegnungen sowie interreligiöser Dialoge. Ferner wurde sie renommiert als Ort der Zusammenkunft für Wissen und Bildung. Besonders namhaft sind in diesem Kontext drei Programme:

  1. Vorstellung des Buches Glaube und Vernunft am 19.01.2008, das eine Replik auf die Vorwürfe des Papstes darstellte.
  2. Programm zu Ehren von Herrn Dr. Abdus Salam am 29.10.2009, an dem sogar Wissenschaftler aus dem Ausland, wie Herr Dr. Gorden Fraser, referierten und zu dem Akademiker aus ganz Deutschland erschienen. Ein weiteres Event internationalen
  3. Kalibers wurde am 01.03.2013 veranstaltet. Zu dem damals frisch erkundeten Higgs-Teilchen referierten renommierte Wissenschaftler aus dem Wissenschaftszentrum CERN (wie Prof Dr. Tom Kibble oder Prof. Dr. Achim Stahl) in der Bashier-Moschee.

Dies sind nur einige von den vielfältigen Veranstaltung der Bashier-Moschee. Jedenfalls steht die Moschee nach nun knapp 13 Jahren unumstritten für Frieden, Bildung und Begegnung.

Anhand der Lehren des Verheißenen Messias(as) können wir gewiss eins behaupten: diese Stellung wird eine Moschee der Ahmadiyya Muslim Jamaat Inshallah immer innehaben.

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